Ein-Euro-Jobs

Ein-Euro-Jobs
Bei den Ein-Euro-Jobs, die von der Bundesagentur für Arbeit angeboten werden, handelt es sich um sogenannte Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung, die für Langzeitarbeitslose vorgesehen sind und die dazu dienen sollen, diese wieder an einen normalen Arbeitsalltag zu gewöhnen und dabei für das öffentliche Interesse sinnvolle Tätigkeiten auszuüben.
Ein-Euro-Jobs sind sozialversicherungsfreie Beschäftigungen, wo Langzeitarbeitslose als Zuschuss zum Arbeitslosengeld II einen Euro pro Stunde erhalten. Die Kranken- und Pflegeversicherung wird weiterhin durch die Gewährung der Grundsicherung gedeckt, die nötige Unfallversicherung übernimmt der Träger der angebotenen Jobs. Bei diesen muss es sich um Tätigkeiten handeln, die wettbewerbsneutral und von öffentlichem Interesse sind, z.B. dem säubern von Parkanlagen oder die Unterstützung von Kranken- und Pflegediensten.
Langzeitarbeitslose können eine solche Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung bei ihrer Agentur für Arbeit beantragen, ein Rechtsanspruch besteht darauf nicht. Zumeist weisen die Arbeitsagenturen den Arbeitslosen von selber diese Jobs zu. Wer einen solchen Ein-Euro-Job ohne wichtigen Grund ablehnt, muss mit der Kürzung seines Regelsatzes an Arbeitslosengeld II rechnen.
Meistens handelt sich bei den Ein-Euro-Jobs um Teilzeitarbeit, die 20 bis 30 Wochenstunden umfasst. Diese Stellen werden wie ganz normale Arbeitsverhältnisse bei der Berechnung des Rentenwertes gerechnet und „Ein-Euro-Jobber“ tauchen nicht in der Arbeitslosenstatistik auf, obwohl sie nach wie vor arbeitslos gemeldet sind.
Es gibt viel Kritik an den Ein-Euro-Jobs, u.a. dass Arbeitslose dadurch als absolute Billigarbeiter ausgebeutet werden oder, dass diese Maßnahme eher dem verschönern der Arbeitslosenstatistik dient. Auch tragen diese Ein-Euro-Jobs dazu bei, dass bei bestehenden Mitarbeitern in manchen Einrichtungen die Angst um den Arbeitsplatz geschürt wird. Aber es gibt sicherlich auch positive Aspekte daran. Langzeitarbeitslose gewöhnen sich wieder an einen geregelten Arbeitsalltag, tragen positiv zur Gesellschaft bei und verbessern ihre Chancen zukünftig wieder eine richtige Arbeitsstelle zu finden. Außerdem haben sie am Ende des Monats zumindest ein bisschen mehr Geld zur Verfügung, auch wenn dieser eine Euro pro Stunde, wie gesagt, als Aufwandsentschädigung zu betrachten ist und sicher keinen (angemessenen) Lohn darstellt.








